Geschichte

Unser Mühlenviertel verdankt seinen Namen den Windmühlen, die einstmals hier standen. Im Zuge der Industrialisierung verschwanden sie.

Im 2. Weltkrieg wurde dieser Rayon durch Kampfhandlungen der Alliierten stark in Mitleidenschaft gezogen.

Nach dem Krieg legten die Anwohner eine große Kleingartenfläche an, die ihnen als Wohnort und auch ihrer Selbstversorgung mit Obst und Gemüse diente. In einem dieser Gärten erhielten Schüler des Prenzlauer Berges landwirtschaftlichen Unterricht.

Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts beschloss die Partei- und Staatsführung der DDR, auf diesem Areal ein Neubaugebiet entstehen zu lassen.

Ursprünglich sollte die Michelangelostraße durch die Gartenanlage an der Oderbergkippe führen. Die Anlieger schrieben einen Brief an Walter Ulbricht mit der Bitte, diese grüne Oase zu belassen.

Ulbricht gab dieser Eingabe statt. So wurde die Artur-Becker-Straße, die heutige Kniprodestraße, in die Storkower umgeleitet.

Viele freiwillige Helfer waren im Einsatz, um Grünanlagen vor den Häusern anzulegen. Vor allem um Bäume zu pflanzen. Darunter viele Pappeln, die zwar schnell und anspruchslos wuchsen, aber heute durch ihr aggressives Wurzelwerk manchen Gehweg schwer passierbar machen.

Das Mühlenviertel wurde Ende der 70er Jahre fertig gestellt. Heute bietet es etwa 10 000 Bürgern ein Zuhause. Es besitzt eine hervorragende Infrastruktur: Schulen, Kindereinrichtungen,Spielplätze, eine Schwimmhalle. Unlängst eröffnete ein chinesisches Restaurant, welches gut besucht wird.

Die Verkehrsbedingungen sind sehr günstig: Tram, Bus, S-Bahn. Großzügig angelegte Grünanlagen machen das Wohnen hier angenehm.

Anfang der 90er Jahre erfolgte eine umfangreiche Sanierung der Häuser.

Die Wohnungsverwaltungen wechselten. Heute ist das Mühlenviertel hauptsächlich im Besitz der Gewobag, aber auch von Zentrum, Merkur und Deutsch-Polnische Freundschaft.

Die Straßen im Kiez sind nach berühmten Persönlichkeiten benannt: Thomas Mann, der Schriftsteller, Hanns Eisler, der Komponist, Michelangelo, der italienische Maler, Bildhauer und Architekt, Kniprode,der Hochmeister des Deutschen Ordens. Aber auch nach Ortschaften in der Nähe von Berlin, so Pieskower Weg und Storkower Straße.

Bei einem Spaziergang durch das Wohngebiet kann man eindrucksvolle Kunstwerke entdecken:

Die Einstein-Plastik von A.-Franziska Schwarzbach,

das Heinrich-Böll-Denkmal vor der Bibliothek von Wieland Förster

die 3 Grazien in der Einstein-Straße von Baldur Schönfelder,

Mädchen mit Katze hinter der Greifswalder-Str. 88, 89, von Johanna Jura,

den Knaben mit Fisch an der Saefkow-Str., von Fritz Nolde

den Erinnerungsstein für Wilhelm Blank, dem Widerstandskämpfer.

In der Greifswalder Straße sind viele Stolpersteine für jüdische und andere Verfolgte des Nazi-Regimes verlegt.